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Studie: Zielloses Facebook-Surfen macht unglücklich



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Hand aufs Herz: Kennt ihr die Situation, dass ihr bei Facebook eingeloggt seid und auf die Nachricht einer bestimmten Person wartet? Wie fühlt ihr euch in dem Moment? Ungeduldig oder gelangweilt? Wahrscheinlich auch ein wenig unglücklich?

Dass die Nutzung von Facebook auf uns nicht nur positive Wirkung hat, haben jetzt Christina Sagioglou und Tobias Greitemeyer von der Universität Innsbruck wissenschaftlich bestätigt. In insgesamt 3 Studien, bestehend aus einem Experiment, den Zusammenhängen und dem Versuch einer wissenschaftlichen Begründung, kommen die beiden Forscher zu dem Schluss, dass die Facebook-Nutzung unsere Stimmung trübt.

Facebook macht unglücklich
Facebook macht unglücklich

Ablauf der Facebook-Studie

Ihr Ergebnis ermittelten die beiden österreichischen Forscher anhand von 123 Probanden. Diese wurden in 3 verschiedene Gruppen unterteilt und anschließend nach ihrem Stimmungsbild befragt. Die Versuchsteilnehmer sollten entweder

  • 1. im Netz surfen
  • 2. auf Facebook surfen
  • 3. Nichtstun

Anschließend füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, um valide Ergebnisse zu erhalten. Überraschendes Resultat: Die schlechteste Laune hatten Personen, die gerade auf Facebook unterwegs waren. Selbst die Probanden, die wahllos ihre Zeit im Internet verbracht hatten, beurteilten ihre Gefühlslage im Anschluss weniger negativ als die Gruppe der Facebook-Besucher. Die Autorin der Studie stellt allerdings in einem Interview auch klar, dass Facebook ohnehin schon länger als Ort bekannt ist, der einsame Menschen traurig stimmt und den Neidfaktor erhöht.

Je länger – desto unglücklicher

Neben dem Fakt, dass Surfen auf Facebook die Stimmung nicht hebt, entdeckten die Forscher auch einen Zusammenhang mit der zeitlichen Dimension. Je länger Probanden ziellos durch das soziale Netzwerk stöberten, desto schlechter wurde ihre Laune. Doch wie kommt es dazu? Die Versuchsteilnehmer empfinden wahlloses Surfen auf Facebook als Zeitverschwendung. Zwar besitzen die User ein Grundbedürfnis, ihre soziale Umwelt zu kontrollieren (Social Grooming) und sind deshalb auf sozialen Netzwerken aktiv. Allerdings fragen sich die Facebook-Nutzer hinterher oft: Was habe ich gerade Sinnvolles getan und was nützen mir die Informationen?

Und genau auf diese Fragen zielen Christina Sagioglou und Tobias Greitemeyer auch in Zukunft ab. Sie wollen mit weiteren Studien nachweisen, dass es vor allem das sogenannte Browsing bei Facebook ist, das Leute unglücklich macht. Im Gegensatz dazu fühlen sich Personen noch nicht schlecht, wenn Sie zum Beispiel einfach nur über Facebook sprechen. Doch diese Vermutungen wurden bislang noch nicht wissenschaftlich belegt.

Warum tun wir es dann immer wieder?

Ungeachtet den Ergebnissen der Studie, loggen wir uns immer wieder in soziale Netzwerke ein. Woran liegt das? Neugierde ist mit Sicherheit ein naheliegender Grund, aus dem wir immer wieder unseren Facebook-Login teilweise auch mehrfach am Tag benutzen. Die Wissenschaft stellt aber auch einen anderen Faktor gegenüber. Sagioglou verweist auf ein Phänomen, das die Sozialwissenschaft als affektiven Vorhersagefehler bezeichnet. Personen verschätzen sich bei der emotionalen Auswirkung von Ereignissen. Das bedeutet auf Facebook bezogen, dass sich User ganz gezielt einloggen, um ihre Stimmung zu heben, tatsächlich aber eine Stimmungs-Verschlechterung eintritt.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass wir zumindest im Hinblick auf Facebook nicht so recht wissen, was uns glücklich macht. Und in gewisser Weise muss ich den Forschern zustimmen. Auch ich habe mich schon bei Facebook eingeloggt, mich durch zahlreiche Profile geklickt und im Anschluss gefragt: Was habe ich jetzt eigentlich Produktives getan?

Dass die Studie vor allem auf die Wirkung von Facebook abzielt, überrascht mich persönlich wenig. Ich bin auch viel auf Twitter unterwegs. Die dort verbrachte Zeit empfinde ich meist als angenehm, weil ich mich weniger wahllos durch die Profile klicke.

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