Lifestyle

Smartphones sind die Computer der Zukunft



1
Zugeordnete Tags Smartphone | Android | Motorola | Atrix | Dock | Hybrid | Ubuntu | Linux | Windows | Microsoft

Verschwinden normale Computer bald vollständig von der Bildfläche
2012 – Wir leben in einer sehr rasanten Zeit. Die Technik entwickelt sich enorm schnell weiter und quasi täglich kommt neue “Super-Hardware” auf den Markt. Was du heute kaufst, ist morgen schon wieder altbacken, egal ob Fernseher, Notebook oder Smartphone. Unsere Smartphones, Nachfolger von ursprünglich nur zum Telefonieren gedachten Handys, strotzen mittlerweile nur so vor Megahertz, Arbeitsspeicher und Grafikpower. Wieso sollten wir sie also weiterhin nur als mobilen Begleiter nutzen, wenn wir zukünftig vielleicht auch richtig mit ihnen arbeiten könnten? Wie beim Samsung Galaxy S3 werden auch die Displays immer größer, sodass Smartphone und Tablet demnächst wohlmöglich auch zu einer neuen Produktkategorie verschmelzen könnten. Vielleicht könnten Smartphones zukünftig ja sogar richtige Computer überflüssig machen. Werfen wir also einen Blick zurück in die Zukunft.
Die Entwicklung vom Knochen zum Smartphone und das Ende der PC-Ära

Es ist noch nicht lange her, dass ich mich über mein erstes Handy freuen durfte. Wenn ich mich richtig erinnere, war es ein Nokia 3310. Man, was war ich von den Socken. Von nun an war ich immer und überall erreichbar. Sogar das ein oder andere Spiel fand sich auf diesem tollen Handy. Wenige Jahre später schaute ich dann aber mit neidischen Blicken auf die ersten Leute mit polyphonen Klingeltönen und sogar blauer Displaybeleuchtung. Wahnsinn. Hatten die tolle Handys. So eins wollte ich auch gern haben. Einige Jahre später: Mein Smartphone hat längst meinen MP3-Player abgelöst. Außerdem benötige ich kein extra Navigationsgerät mehr, keine extra Kamera für Schnappschüsse und ich kann sogar richtig coole Spiele auf meinem mobilen Begleiter spielen. Die Technik, die in aktuellen Smartphones steckt (Quad-Core-CPU mit 1,4 GHz, 1 GB Arbeitsspeicher), lässt sogar manch Notebook neidisch werden.

image

Die Zeiten haben sich eben geändert. Jeder dritte Deutsche besitzt mittlerweile ein Smartphone. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar gute 51%, die ein Smartphone ihr Eigen nennen. Wie ich bereits erwähnte, kann ein Smartphone viele andere Technikgeräte mittlerweile überflüssig machen. Es könnte sein, dass in naher Zukunft ein weiteres Gerät von unseren Smartphones abgelöst wird: Der Computer. Ohnehin werden immer weniger Desktop-PCs verkauft. Grund dafür sind natürlich die vielen, schlanken und vor allem mobilen Alternativen: Notebook und Netbooks, Ultrabooks und Tablets. Ich selber merke, dass ich immer weniger an meinem Heimrechner sitze, da ich viel lieber an meinem Apple Macbook arbeite.

Smartphones könnten Computer bald überflüssig machen

Der Grund dafür ist ganz einfach. Aktuelle Smartphones müssen sich mit ihrer Leistung längst nicht mehr verstecken. Immer mehr Leute fragen sich: “Wozu benötige ich denn eine Quad-Core-CPU in einem Handy?” Natürlich benötigt ein aktuelles Smartphone nicht zwingend eine Quad-Core-CPU, um flüssig zu laufen. Auch ist mir noch keine App bekannt, die nicht ohne eine solche High-End-CPU laufen würde. Trotzdem ist es gut, dass die Technik so schnell voranschreitet. Ansonsten hätten wir heute wohl alle noch einen klobigen Computer mit 266 MHz zu Hause stehen.

Die verbaute Hardware in Smartphones ist nicht nur für grafisch anspruchsvolle Spiele bestens geeignet, sondern könnte auch in anderen Bereichen ordentlich punkten. Deshalb arbeiten erste Firmen daran, aus Smartphones “richtigen” Computern zu machen. Es gibt erste Modelle von “Notebooks” mit integrierter Dockingstation. Eigentlich ist Notebook hier das falsche Wort. Es handelt sich vielmehr nur um eine Tastatur, einen Akku und einen Bildschirm im Notebookformat. CPU, Grafikkarte und Arbeitsspeicher sind aber nicht länger vorhanden. Diesen Part wird zukünftig euer Smartphone übernehmen. Einfach andocken und wenige Sekunden später sitzt ihr vor einem vollwertigen Betriebssystem. Bei Computern ist es schon länger möglich, verschiedene Betriebssysteme auf einer Festplatte zu installieren und so wahlweise Windows, Linux oder auch Mac OS X zu starten. Wieso sollte das also auf einem Smartphone anders sein?

Einige Bastler haben bereits Versionen von Windows 95 und Windows XP auf ihren Android-Smartphones zum Laufen gebracht. Natürlich liefen diese Versionen bisher mehr schlecht als recht. Allerdings ist es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis man mit Windows auf dem Smartphone auch professionell arbeiten kann.

Der Vorreiter: Das Motorola Atrix mit Dockingstation

Motorola dürfte eine der ersten Firmen gewesen sein, die sich speziell diesem Segment widmet. So bietet Motorola mit dem Motorola Atrix bereits seit einem Jahr ein Smartphone an, dass auf Wunsch auch als Computer verwendet werden kann. Wahlweise kann man hierzu das Motorola Lapdock oder die Motorola HD-Multimedia-Dock verwenden. Setzt man sein Motorola Atrix in eine dieser Komponenten, so wird ein zweites Betriebssystem auf dem Monitor gebootet. Das Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung von Motorola, aber insgeheim arbeitet unter der Oberfläche eine Version von Ubuntu (Linux).

Ubuntu als solide Basis für zukünftige Hybriden?

Einen anderen Weg schlägt die Firma, die hinter Ubuntu Linux steht, ein. Die Firma Canonical möchte Ubuntu gerne auf so viele Geräte wie möglich bringen. Deshalb arbeiten sie an einer speziellen Version vom immer beliebter werdenden Linux-Betriebssystem. Die ersten Geräte mit vorinstalliertem Ubuntu sollen noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Als Mindestanforderungen nennt Canonical eine Dual-Core-CPU mit 1 GHz, 512 MB RAM, eine GPU zur Grafikbeschleunigung, einen HDMI-Ausgang und Unterstützung des USB-Host-Modus für Tastatur, Maus & Co. Wenn ihr also zukünftig ein solches Smartphone besitzt, auf dem Ubuntu vorinstalliert ist, benötigt ihr nur noch die passende Dockingstation. Smartphone in die Dockingstation, Ubuntu startet auf dem großen Bildschirm, Maus und Tastatur verbinden sich mit dem Gerät – Et voilà: Ihr habt einen ganz normalen Computer mit installiertem Ubuntu vor euch. Die normalen Funktionen des Smartphones stehen euch auch weiterhin zu Verfügung. Ihr könnt also ganz normal, während ihr in Ubuntu unterwegs seid, Anrufe entgegennehmen und auf eure Kontakte zugreifen. Ebenfalls könnt ihr SMS verschicken oder gar Fotos bearbeiten, die ihr zuvor mit eurem Smartphone aufgenommen habt.

Zu guter Letzt gibt es ganz aktuell noch eine weitere Firma, die etwas in diese Richtung entwickelt. Clamcase möchte ebenfalls bis zum Jahresende ein Laptop-Dock, das sogenannte Clambook für iPhone und Android-Smartphones auf den Markt bringen. Den ersten Bildern zufolge handelt es sich hierbei um ein schickes, extrem flaches Stück Hardware. Anders als Motorola und Canonical, möchte Clamcase kein separates Betriebssystem auf dem Clambook laufen lassen. So soll das Clambook “nur” als großer Bildschirm mit Tastatur für euer Smartphone herhalten. Hier werdet ihr also euer normales Smartphone-Betriebssystem auf diesem Gerät bestaunen dürfen. Trotzdem ist so eine Tastatur und ein größerer Bildschirm durchaus praktisch. Außerdem wird euer Smartphone über den im Clambook verbauten Akku geladen. Ihr könnt also zum Beispiel einen Film auf einem großen Bildschirm genießen und müsst trotzdem keine Angst um euren Akku haben.

Clambook”

Wie wir sehen, versuchen sich bereits einige Hersteller daran, unsere Smartphones zu vollwertigen Arbeitsgeräten zu transformieren. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand bzw. in der Hosentaschen. Ihr tragt euren Computer in naher Zukunft nicht mehr im Rucksack oder der Notebooktasche, sondern in der Hosentasche spazieren und damit auch alle wichtigen Daten. Wenn euer Arbeitsplatz mit passenden Dockingstation ausgestattet ist, könnt ihr einfach euer Smartphone andocken und sitzt vor eurem gewohnten “Computer”, der euch an längst vergangene Tage erinnert. Am Ende des Tages nehmt ihr euer Smartphone einfach wieder aus der Dockingstation und könnt, wenn ihr denn wollt, zu Hause exakt da weiterarbeiten, wo ihr im Office aufgehört habt. Außerdem dürften solche Dockingstations deutlich günstiger im Preis sein. Natürlich ist der direkte Vergleich mit einem vollwertigen Notebook samt CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte & Co schwierig, doch dafür sind sich auch deutlich teurer.

Wo Licht ist, ist auch Schatten:

Fatal wird es natürlich, wenn ihr euer Smartphone einmal verlieren sollte. Der Finder freut sich dann nicht mehr nur über tolle Musik, diverse Fotos und verschiedene Kontakte. Er hat dann quasi euren gesamten Computer gefunden mit sämtlichen wichtigen Unterlagen. Aber Gott sei Dank gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, sein Smartphone effektiv zu schützen und im Falle eines Diebstahls zu orten oder sogar komplett zu resetten/löschen. Außerdem ist zu sagen, dass die ganze Geschichte noch in den Kinderschuhen steckt. Ubuntu funktioniert zwar schon ganz gut auf verschiedenen Testgeräten, läuft aber (noch) nicht so schnell, wie man es vielleicht gerne hätte. Aber da besteht sicherlich noch einiges an Optimierungspotenzial und spätestens, wenn die ersten Smartphones mit 2 GB Arbeitsspeicher wirklich da sind oder die ersten 8-Kern-CPUs verbaut werden, hat sich das Problem mit der fehlenden Performance wohl ganz erledigt. Mir gefällt diese Entwicklung sehr gut und ich kann es kaum abwarten, meinen klobigen Desktoprechner daheim, durch eine kleine Dockingstation zu ersetzen.

Was sagt ihr dazu? Wird das Smartphone letztlich auch noch den altbekannten Desktop-PC ablösen?

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 20 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

1 Kommentar

  1. david schrieb am
    Bewertung:

    voll unnötig

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Safer Internet Day 2022: Top 3 Internet-Mythen zum Miträtseln

Lifestyle

08.02.2022

 | Maria Klipphahn

Ein Leben ohne Internet kann sich mittlerweile kaum noch jemand vorstellen. Laut der ARD-ZDF-Onlinestudie 2021 nutzten im letzten Jahr 67 Millionen Deutsche, darunter 100 Prozent der unter 50-Jährigen das Internet. Aber wie gut kennen wir uns... mehr +

#erstmalverstehen: Was verrät die Blende über die Bildqualität einer Smartphone-Kamera?

Lifestyle

03.03.2021

 | Maria Klipphahn

Wer im Alltag gern schöne Fotos schießt, für den ist die Bildqualität seiner Smartphone–Kameras besonders wichtig. Allerdings ist es vor dem Kauf oft schwer einzuschätzen, ob die Kameraqualität tatsächlich den eigenen Ansprüchen... mehr +