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Na endlich: Wir begrüßen Spotify in Deutschland



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Der neue Stern, nicht nur am Pop-Himmel – Das Ende von iTunes?
Was haben wir nicht geduldig auf diesen Moment gewartet – oder auch nicht, wenn wir vorher schon den Proxy angeschmissen haben. Es war in den letzten Monaten so, wie damals in Zeiten, als die Berliner Mauer Ost und West trennte. Wir nutzten den Dienst, der nicht für uns frei zur Verfügung stand, über Umwege. Doch damit ist nun Schluss, denn die Mauer um Deutschland herum existiert nicht mehr. Dieses Mal bedurfte es auch keines David Hasselhoffs, die Mauer zum Einsturz zu bringen. ;-) Die Rede ist von Spotify. Bisher offiziell in halb Europa und den Vereinigten Staaten zugänglich gewesen, öffnet man sich nun auch dem deutschen Markt und heißt das 13. Mitglied der Spotify Familie willkommen. Voller Begeisterung läuft seit heute Morgen nun Spotify bei mir heiß und ich frage mich bzw. euch: Brauchen wir iTunes überhaupt noch – oder gar MP3s auf unseren Festplatten? Die neuen Möglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt, weshalb ich hier euch zunächst einen ersten, vielleicht etwas oberflächlich wirkenden, Ein- und Ausblick geben möchte.

Was ist Spotify? Warum dieser Hype?
Treffender als auf der eigenen Web-Präsenz kann man es wohl nicht mit wenigen Worten beschreiben. Spotify, 2006 von Daniel Ek und Martin Lorentzon in Schweden gegründet, ist eine umfassende und vor allem jederzeit verfügbare Musikbibliothek, quasi eine Cloud, ohne dass wir groß etwas dafür tun müssen – außer uns kurz anzumelden. Dabei ist der Name, wie bei vielen Startups üblich, eine Kombination zweier Begriffe, hier der englischen Begriffe spot (entdecken) und identify (identifizieren). Spotify definiert ab sofort auch die Art des Musikhörens von uns Deutschen neu. Ich suche einfach nur noch meinen gewünschten Titel und kann ihn mir gleich anhören, nicht nur einen kurzen Ausschnitt, sondern das gesamte Lied. Mit Spotify kann ich nach Lust und Laune jederzeit grenzenlos Musik von beliebigen Künstlern hören, die ich bis dato weder als CD im Regal, noch als MP3 auf den Festplatten liegen hatte. Spotify ist also auch ideal, um seinen Musikhorizont nach Belieben zu erweitern.

Spotify (Offizielles Bildmaterial – Quelle: spotify.com)“

Ihr könnt euch Spotify also eure neue private Musiksammlung, die mehrere Millionen Titel umfasst und zu der ständig weitere hinzukommen. Da die Musik live wiedergegeben wird, müsst ihr nicht mehr darauf warten, bis ein Download abgeschlossen ist. Laut den offiziellen Zahlen auf der Website stehen bei Spotify über 13 Millionen Titel frei für die mehr als 10 Millionen Nutzer zur Verfügung, wovon eine Millionen zahlende Benutzer sind. Bezahlen? Keine Angst, Spotify ist auch kostenlos nutzbar, denn jeder User hat die Wahl zwischen drei fantastischen Musik-Services – einem völlig kostenlosen und zwei kostenpflichtigen Abos.

Spotify Free ist, wie der Name schon vermuten lässt, gratis. Damit erhaltet ihr über den Rechner kostenlos und on-demand Zugang zu Millionen von Songs und könnt ganz einfach und bequem jeden Tag Musik hören und genießen. Spotify Unlimited enthält neben sämtlichen Features der Gratis-Version ungestörten Musikgenuss. Während die kostenlose Version durch Werbung finanziert wird, die ab und zu Alben bzw. Radio-Sessions ähnlich wie bei di.fm unterbricht, ermöglicht euch der Unlimited-Zugang Musikgenuss ohne Werbeunterbrechung. Und alles für 4,99 Euro im Monat. Spotify Premium verspricht das Musik-Erlebnis der Spitzenklasse. Damit könnt ihr von überall aus online oder offline auf die Musik zugreifen, egal ob vom Computer, dem Smartphone oder vielen anderen Geräten aus. Obendrein verspricht Spotify eine höhere Klangqualität und exklusiven Zugriff auf jede Menge exklusiver Inhalte, Gewinnspiele und Sonderangebote. Das lässt sich Spotify natürlich auch gut bezahlen, genauer gesagt, 9,99 Euro monatlich. Wer es zunächst ausprobieren möchte, bevor die Geldbörse gezückt wird, kann einen 30-tägige Testphase nutzen.

Mehrwert durch tolle Features und einer nie erlebten Einfachheit

Spotify bieten neben dem reinen Musikhören natürlich noch viele weitere Funktionen, die helfen, den Dienst von anderen, schon existierenden Diensten, abzuheben. Wie auch schon in iTunes, kann ich bequem Playlisten erstellen oder in „meiner/unserer“ Bibliothek nach Titeln suchen. Ich kann aber auch Titel von meinem Rechner hochladen, um diese dann von einem anderen Rechner aus über mein Spotify-Konto anhören zu können. Was Apple auch schon realisiert hat, nämlich zu meinem Musikgeschmack Vorschläge zu bieten, was mich auch interessieren könnte, funktioniert bei Spotify einfach viel leichter und attraktiver. Außerdem bietet mir der Dienst Information zu mir bis dato noch unbekannte Künstler, ohne dass ich im Browser suchen muss. Genial, aber eine wahre Goldmine dagegen ist das Künstler-Radio. Der, quasi hauseigene, Radiosender sucht und spielt Titel, die Ähnlichkeiten mit meinem persönlichen Spotify-Topkünstlern haben. Wähle ich mir ein beliebiges Genre aus, tauche ich schon wenig später in Klassiker der Rolling Stones, Iron Maiden oder Jimi Hendrix ein. Ein Klick genügt und schon sehe ich die anderen Titel, die neben dem gerade laufenden auf einem Album waren. Einen tollen Song im Radio verpasst? Mit Spotify ist dieses Horror-Szenario vorbei. Anmutend wie Apples Cover-Flow-Technologie und einfach wie Time Maschine gehe ich einfach zurück in der Sendung und kann mir den Song anhören – oder den Stones-Klassiker erneut.

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Ohne Einschränkungen: Zugriff auf Millionen Songs via Smartphone & im Urlaub

Spotify Premium bietet einen wirklich sehr praktischen Offline-Modus, mit dem ich entscheide, welche Playlists mir heilig sind. Spotify sorgt dann ganz von allein dafür, dass die Titel mit meinem Computer, meinem iPhone, iPod touch oder iPad synchronisiert werden. Aber auch an Android-, Windows-Mobile- und Symbian-User wurde vorbildlich gedacht, sodass wirklich jeder in den Genuss kommen kann. Im Offline-Modus kann ich Titel auf bis zu drei Computer oder Mobiltelefone gleichzeitig synchronisieren – bei jeder Synchronisierung bis zu 3.333 Titel.

Mit Spotify Premium und Spotify Unlimited könnt ihr euch auch auf Reisen mit Spotify verbinden. Damit entfällt, sofern Spotify im Urlaubsland verfügbar ist, das nervige Bespielen von iPod und Co bei dem man sowieso vergisst, die richtigen Songs mitzunehmen. Alle, die den kostenlosen Service benutzen, können Spotify maximal 2 Wochen im Ausland nutzen, danach wird ein Upgrade auf Spotify Premium oder Spotify Unlimited notwendig.

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Watschn für Apples Ping: Spotify ist das neue, bessere Ping und viel sozialer.

Ein neuer Dienst, mit dem ich Musik hören kann? Brauch ich nicht, gibt’s doch schon zur Genüge. Spotify geht aber noch einen Schritt weiter und der ist gewaltig. Was Apple vor ein paar Jahren mit Ping versucht – und dabei kläglich scheiterte – gelingt Spotify nahezu aus dem Stand. Natürlich ist es schwierig, das Ganze aus den eigenen Knien heraus zu stemmen, aber Spotify bekam kräftige Unterstützung und das nicht von jemanden x-beliebigen, sondern von Facebook. Zur f8 im September letzten Jahres war Spotify einer der großen Partner, mit denen die neuen Möglichkeiten der Timeline demonstriert wurde. Dank Spotify kannst du jetzt einfacher als je zuvor neue Musik entdecken und austauschen. Mit Spotify und Facebook könnt ihr Musik sehen und hören. Ihr habt richtig gehört. Sind deine Freunde bei Facebook angemeldet und haben sie der Verbindung zu Spotify zugestimmt, seht ihr im Live-Ticker oder in der Timeline, welche Songs eure Freunde gerade hören. Schönen einen Klick weiter und ihr hört, was eure Freunde hören – fast so wie zu unseren Jugendtagen, als wir uns zusammen mit Freunden im Zimmer verkrochen haben, um die neue Platte gemeinsam zu hören. Es ist so einfach, das man sich fragt: Warum hat Apple das nicht mit Ping hinbekommen? Schließlich hat doch Apple mit iPod und iTunes den Musikmarkt schon einmal revolutioniert?

Erstes Fazit: Wow…
Ich mag es nicht in eigene Worte fassen, was andere bereits auf den Punkt gebracht haben. Deswegen lasse ich lieber sie sprechen:

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Okay, eins sei noch gesagt: Es stellt sich mir die Frage, ob und in welcher Form ich iTunes nun noch brauche. Wenn es um Musik geht, wird, je weiter Spotify seine Fühler ausstreckt einiges ändern wird. Illegale Downloads werden abnehmen und auch das erste Reinhören via YouTube wird wohl zurückgehen. Die Frage ist, wie schnell neue Songs bei Spotify abrufbar sein werden. Spotify als legale Alternative zur Piraterie? Vielleicht, noch gibt es aber keine Einigung mit der Verwertungsgesellschaft GEMA. Die Zukunft wird zeigen, welches Potential Spotify abschöpfen kann, aber ich traue den Jungs eine ähnliche Revolution zu, wie einst Steve Jobs mit iPod und iTunes gelang. So langsam aber sich, begeben sich Musik-CDs in Richtung Abgrund und werden sich, Lemmingen gleich, wie schon Schallplatten und Kassetten in die Nischen stürzen.

PS. Spotify hat sich noch etwas für seine neuen deutschen Fans einfallen lassen: „Ein besonderer Anlass verlangt nach einem besonderen Musikgenuss: Hier ist eine Playlist mit Songs, die wir extra für Dich zusammengestellt haben. Hallo Deutschland. Hier ist Spotify.“

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5 Kommentare

  1. Dachief schrieb am
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    Wie bei den meisten Cloud-Diensten gibt es bei Spotify neben der Anmeldung via Facebook, es soll Menschen geben die ihre Essgewohnheiten oder sonstigen Petitessen nicht mit der gesamten Menscheit teilen müssen oder wollen, ein weiteres Problem.

    Dauernd wird beworben, dass die persönlichen Daten wie Musik, Filme oder auch einfache Daten aus Textverarbeitung etc. überall verfügbar sind. Die gesamte digitale Welt also in der Hosentasche. Die Frage die man sich jedoch stellen sollte ist die nach der Mobilität.

    Beinahe jeder Provider arbeitet mit Drosselung der UMTS-Geschwindigkeiten ab einem gewissen Transfervolumen wodurch die Cloud inkl. Dienste wie Spotify zur Schneckenpost werden. Mobile Dienste wie Video oder auch VoIP sind dann im Prinzip nicht mehr nutzbar da die Geschwindigkeit nicht mehr ausreicht (wenn VoIP nicht eh durch den Provider untersagt wurde). Wie schnell so ein Datenvolumen aufgebraucht ist wird man schnell merken durch Dienste wie Spotify oder iCloud.

    Zusätzlich sollte man sich auch Gedanken bzgl. Roaming etc. machen. Wie nützlich Spotify ist wird man schnell im Auslandsurlaub merken wenn man einfach nur Musik am Strand hören möchte. Da ist es wensentlich günstiger sich Musik zu kaufen als die Roamingkosten zu tragen. Klar gibt es auch Möglichkeiten die Spotify-Songs auf seinem Gerät zu speichern, hier geht aber der Nutzen total verloren, da man hier wieder Speicherplatz verbraucht.

    Realistisch betrachtet macht man durch Cloud-Dienste ein Volk von Datennomaden zu Stubenhockern. Da die Mobilfunkindustrie noch immer keine vernünftigen Produkte anbietet um solche Dienste zuverlässig nutzen zu können und man somit immer an ein Wlan (meistens das heimische, bedingt durch die deutsche Gesetzeslage, in den USA sieht es ganz anders aus bezogen auf öffentliche Wlan-Zugänge) gebunden ist.

    Welchen Sinn das ganze dann ergibt, da man auf dem heimsichen Rechner in den meisten Fällen über genug Speicherplatz verfügt, alles in die Cloud auszulagern erschließt sich mir nicht. Bei Apple ist dieses Defizit sogar zu einem lukrativen Geschäftszweig verkommen. Mit jeder Version von iTunes, iPhoto etc. wurde es schwieriger seine Daten im heimischen Netzwerk synchron auf mehreren Geräten zu verteilen so dass einem nur der Weg über Zusatzsoftware blieb oder eben jetzt über die Cloud. Wer allerdings mit dem Speicherplatz der iCloud auskommt (selbst das große Paket ist lächerlich) der hat keine bemerkenswerten Datenmenge in Form von Photos, Videos oder auch Musik als dass diese nicht auch auf ein Mobiltelefon passen würden.

  2. kaltschnee schrieb am
    Bewertung:

    Ich finde es echt Schade, dass man sich nur über Facebook anmelden kann.

  3. Olli schrieb am
    Bewertung:

    Verstehe den Hype hier gerade nicht. Bietet nicht Simfy genau das gleiche schon seit mind. 2 Jahren? OK in der Gratisvariante ist Simfy neuerdings auf 5h pro Monat begrenzt, aber sonst gibt’s da für mich keinen Unterschied. Um es auf dem Handy zu nutzen muss man ebenso 10€ berappen, hat 16 Mio. Songs… Um es kurz zu machen: ganz nett, dass es eine Alternative gibt. Für mich aber kein wirklicher Mehrwert erkennbar…

  4. Tobias schrieb am
    Bewertung:

    „Ich finde es echt Schade, dass man sich nur über Facebook anmelden kann.“

    Ja das macht die ganze Sache etwas unbequem!

  5. Jan schrieb am
    Bewertung:

    Am Ende ist genau das eingetreten, was zu befürvhten war: Man wird ständig von Facebook-Freunden mit uninteressanten Spotify-Infos zugespammt, wer sich gerade was anhört. Konsequenz: Wieder abmelden bei Spotify!

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