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Kurioses & Skurriles der IFA 2015



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Zugeordnete Tags IFA | Cyberport

Die IFA ist im vollen Gange und die Ausstellung zeigt vor allem eines: Im Durchschnitt handelt es sich weniger um revolutionäre Neuerscheinungen, sondern vielmehr um evolutionäre Erweiterungen bereits existierender Techniken. Die Revolution der Technik, der Digitalisierung, Vernetzung und der vielen damit einhergehenden neuen Möglichkeiten und Potentiale geschieht also Stück für Stück anstatt akut.

Wir sind natürlich auch vor Ort und überall finden wir spannende Kuriositäten; mal zum Lachen, mal zum Staunen, mal zum, naja, Ängstigen. Was ich damit meine, möchte ich euch heute kurz und knapp zeigen.

Cool & mobil

Es kennt jeder: Man sitzt hungrig im Auto oder in der Straßenbahn, überlegt, was man Zuhause essen könnte und ist sich über den Inhalt des Kühlschranks unsicher. Mit dem iQ500-Kühlschrank von Siemens bekommt ihr die Antwort direkt auf’s Smartphone. Mit zwei 5-Megapixel-Kameras ausgestattet, fotografiert es bei jedem Öffnen und Schließen der Kühlschranktür das Innenleben und schickt die Bilder an die App. Dadurch könnt ihr unterwegs checken, ob sich über den Tag vielleicht euer WG-Mitglied bedient hat und ihr noch einkaufen gehen solltet.

Spieglein, Spieglein

Ein Stückchen weiter gelaufen stoßen wir auf den Spiegel der Zukunft von Panasonic. Dieser intelligente und interaktive “Future Mirror” wird auf Knopfdruck “smart”. Er erkennt die Position des Gesichts, führt einen Hautcheck durch, zeigt Falten und Unreinheiten an und gibt entsprechend auch Tipps zur Hautpflege. Er hilft auch jenen, die eine Typveränderung durchführen wollen. Beispielsweise könnt ihr euch verschiedene Schminkszenarien anzeigen und bei der Umsetzung helfen lassen. Außerdem zeigt er bei Bedarf alle erfassten Körperdaten an und ist gleichzeitig in der Lage, euch bei Einbrüchen oder Wasserbrüchen zu informieren.

Scannt und druckt

Das Unternehmen XYZprinting stellt gleich zwei spannende und theoretisch miteinander zusammen arbeitende Geräte vor. Mit dem kleinen Handscanner und seiner Tiefensensortechnik lassen sich exakte 3D-Scans durchführen. Dabei sind Größe und Form des zu scannenden Objekts völlig egal. Das digitale Resultat, hochauflösende Vollfarbbilder, kann anschließend beispielsweise über einen 3D-Drucker in eine analoge Form gebracht werden. Interessant wird’s, wenn man sich den Handscanner in Kombination mit dem 3D-Essensdrucker vorstellt, welcher ebenso von XYZprinting stammt. Ob in Schokolade oder Gebäck: Druckt was ihr wollt, zum Beispiel euch selbst.

Scannt, kopiert & übersetzt

Besonders cool finde ich auch den IRISpen Air 7. Der handliche stiftähnliche Scanner wird einfach über einen Text gezogen, um die benötigte Schrift zu digitalisieren. Anschließend wird das Resultat via Bluetooth an euren Mac, PC oder Smartphone übertragen und die mitgelieferte Software liest es euch vor. Sie kann den Text auch übersetzen, was gerade in der Uni oder im Urlaub hilfreich ist. Oder hattet ihr noch nie das Problem, den Inhalt einer Speisekarte erraten zu müssen?

Lachen macht munter

Das Unternehmen digitalSTROM zeigt unter dem Motto “Smile for a coffee” wie smart Kaffeekochen sein kann. Das Spannende daran ist, dass die Maschine anhand der Mimik einer Person erkennt, ob er oder sie einen Wachmacher möchte oder nicht. Dabei reicht, wie das Motto verrät, bereits ein Lachen. Die hochsensiblen Sensoren und die 3D-Tiefenkamera registrieren die Bewegungen, interpretieren sie und geben schließlich den Befehl zum Kochvorgang. Die RealSense-Technologie von Intel verändert damit die Kommunikationswege zwischen Mensch und Technik, wovon gerade Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen profitieren könnten.

Digitales Schließen und Öffnen

Auch Danalock war vor Ort und stellte das V125 Türschloss vor, welches über Bluetooth und Z-Wave mit dem Smartphone kommunizieren kann. Dadurch sollen sich Türen automatisch öffnen oder schließen, sobald sich die jeweilige Person mit dem Smartphone nähert. Ebenso können Zugänge für Handwerker oder Gäste verwaltet und auch ein Aktivitätenprotokoll aufgezeichnet werden.

Auch wenn das Unternehmen mit “Sicherheit neu definiert” wirbt, ist dass Betretenlassen eines Hauses immer noch eine sehr private Angelegenheit. Entsprechend skeptisch sind viele Menschen beim Thema SmartHome und, zumindest in meinem Fall, gerade gegenüber eines digitalen Schlosses. Wer garantiert mir Sicherheit, wenn immer mehr Komponenten des Hauses und sogar der Einlassbereich zunehmend digitalisiert werden?

Kaspersky warnt

Der digitale Mensch
Der digitale Mensch

Mein Highlight der diesjährigen IFA war die Aktion der Antivirenfirma Kaspersky. Das Unternehmen wagte ein mutiges Spektakel und implantierte einem Freiwilligen einen 12 Millimeter großen RFID-Chip. Dieser häufig in Kleidung und sonstigen Waren angebrachte Diebstahlschutz wird auch heute schon in die menschliche Haut eingesetzt; beispielsweise in Diskotheken, um dadurch einfacher und vielleicht sogar günstiger zahlen zu können.

Kaspersky thematisierte natürlich den Punkt des Datenschutzes und demonstrierte, wie einfach das Überschreiben und modifizieren der RFID-Chips ist. Hierfür wurde einfach ein spezielles Smartphone für nur kurze Zeit neben die Hand des Gechippten gelegt und schon konnte die Identität des Trägers verändert werden.

Auch für diesen Chipping-Trend mangelt es nach wie vor an europäischen Datenschutzgesetzen. Da anzunehmen ist, dass solche Implantate immer häufiger eingesetzt werden, sollte die Politik nachziehen und sicherstellen, wann solche Geräte überhaupt zulässig sind, welche Daten sich darauf befinden dürfen und letztlich, wie sie geschützt werden können. Mit Aktionen wie jener von Kaspersky könnte das Interesse an Regeln für solche Implantate vielleicht zunehmen.

Die bunte Welt der IFA 2015

Wie ihr seht, hat die internationale Funkausstellung wieder einiges zu bieten. Neben Notebooks, Smartwatches und Co. gibt es eine Menge Gadgets zum Lachen, Staunen und Grübeln. Das Internet der Dinge, also die allgegenwärtige Kommunikation zwischen Alltagsgeräten und deren Besitzern, nimmt immer weiter Fahrt auf und fordert die gewohnte Art zu leben heraus. Dabei entstehen ganz neue Lösungen, aber auch neue Fragen. Allen voran: Was davon ist eigentlich wirklich nützlich?

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1 Kommentar

  1. Heinz Abbott schrieb am
    Bewertung:

    Ich verwende IRISpen Air 7 seit einiger Zeit mit unserer Dokumentenerfassungssoftware https://www.bisok.com/grooper-data-capture-method-features/document-capture/ und habe großartige Ergebnisse erzielt. Ich kann diesen Scanner nur empfehlen, hatte gute Ergebnisse.

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