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#erstmalverstehen: Unterschiede zwischen Intel® Optane™, SSD & RAM



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Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Intel | SSD

Das neue HP Pavilion x360 15 bietet statt einer kleinen SSD einen HDD-Speicher mit einem Terabyte Kapazität. Wenn ihr euch jetzt denkt „Viel Platz, aber so eine HDD ist meist ganz schön langsam“, dann liegt ihr hier falsch. Bei diesem Convertible wurde nämlich zusätzlich ein Intel®-Optane™-Speicher verbaut.

Warum die HDD damit auf SSD-Geschwindigkeit gebracht werden kann und was Intel® Optane™ überhaupt ist, erklären wir jetzt.

Was ist Intel® Optane™?

Intel® Optane™ ist ein sehr schneller Speicher. Er beschleunigt bestimmte Prozesse wie das Laden von Programmen auf eurem Rechner. Dazu verbindet das Optane-Modul den Arbeitsspeicher mit eurem Datenspeicher, also eurer SSD oder HDD, in einem virtuellen Laufwerk. Dieses ist nur für den Rechner sichtbar, für euch also nicht. Auf diesem Laufwerk, das so schnell arbeitet wie euer Arbeitsspeicher, werden Dateien gespeichert, die ihr häufig nutzt. Wenn ihr zum Beispiel öfter Photoshop verwendet, wird es dort gespeichert und wenn ihr das Programm das nächste Mal öffnet, startet es um einiges schneller als normalerweise.

Intel® Optane™ funktioniert also wie der Cache-Speicher eures Browsers. In diesem werden Elemente einer Website, zum Beispiel Bilder, gespeichert. Wenn ihr die Seite das nächste Mal aufruft, lädt diese viel schneller, da die Bilder schon im Browser gespeichert sind.

Mit Intel® Optane™ arbeitet euer Rechner bei vielen Vorgängen deutlich schneller.
Mit Intel® Optane™ arbeitet euer Rechner bei vielen Vorgängen deutlich schneller.

Was unterscheidet Intel® Optane™ von SSD & Arbeitsspeicher?

Intel® Optane™ nutzt eine neue Speichertechnologie namens 3D-XPoint. Die Besonderheit hier ist, dass die Daten im Speicher gesichert bleiben, auch nachdem die Stromzufuhr unterbrochen ist, also wenn der Computer ausgeschaltet wird. Intel® Optane™ reagiert also hier wie eine SSD und nicht wie ein Arbeitsspeicher, bei dem die Daten jedes Mal gelöscht werden.

Aufgrund der Bauweise des 3D-XPoint-Speichers können viele Daten auf kleinem Raum gesichert werden – wie bei SD-Karten. Diese konzentrierte Bauweise ermöglicht hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten – ähnlich wie beim Arbeitsspeicher und schneller als bei SSDs oder HDDs. Intel® Optane™ vereint also die Vorteile von SSDs, SD-Karten und Arbeitsspeicher, wodurch die Einsatzgebiete sehr vielfältig sind.

Weniger warten, mehr schaffen!

Einige Notebooks wie das HP Pavilion x360 haben den intelligenten, schnellen Speicher zusätzlich zur HDD verbaut, um diese zu beschleunigen.
Einige Notebooks wie das HP Pavilion x360 haben den intelligenten, schnellen Speicher zusätzlich zur HDD verbaut, um diese zu beschleunigen.

Welchen Nutzen bringt mir der Speicher aber genau? Intel® Optane™ beschleunigt vom Bootvorgang über den Start von Anwendungen bis hin zur Dateisuche oder dem Speichern großer Dateien viele Vorgänge des Rechners deutlich. Wenn das Intel®-Optane™-Modul wie beim eingangs erwähnten HP Pavilion x360 15 zum Beispiel zwischen dem Prozessor und der langsamen HDD installiert ist, kann der Rechner häufig verwendete Daten und Programme „näher“ am Prozessor speichern. Dies ermöglicht es dem System, schneller auf diese Informationen zuzugreifen als es mit einer HDD möglich ist.

Wenn ihr euch also einen neuen Rechner zulegen wollt, solltet ihr euch bei der Wahl des Notebooks oder PCs auf jeden Fall mit dem schnellen, kleinen Intel-Speicher befassen. Oder habt ihr bereits Erfahrungen mit Intel® Optane™? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar!

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4 Kommentare

  1. Juergen Buettner schrieb am
    Bewertung:

    Da ich auch Datensicherheit gerne groß schreibe und Tools, wie beispielsweise den CC-Cleaner nutze, würde es mich schon interessieren, wie anfällig ein solches System gegenüber Rootkits ist. Viele "Datenkraken" laben sich bereits vorzüglich an unzähligen Spuren, die sich über die Zeit im PC ansammeln. Da würde das praktisch einem ritterlichen Festmahl für Eindringlinge gleichen, wenn stets alles im Cache liegt. Bequemlichkeit ist das Eine, sicherlich sehr toll gemacht, aber sie wird vermutlich ihren Preis haben.

    • Maria Klipphahn schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Jürgen,
      Es ist unwahrscheinlich, dass die Intel® Optane™ Technologie, die sich im Wesentlichen mit der Optimierung von Arbeits- und Datenspeicherhierarchien und einer damit verbesserten allgemeinen Systemleistung befasst, ein Hindernis für Rootkit-Tools darstellt. Ein Rootkit kann zwei unterschiedliche „Einfallstore“ nutzen: Einerseits über die Struktur des Betriebssystems auf dem Rechner (über Programme „User-Mode-Rootkits“ oder über die Kernel, dem Zentrum des Betriebssystems „Kernel-Mode-Rootkit“). Andererseits über das Verändern des Bootsektors vor dem Laden des jeweiligen Betriebssystems. Allein die Speicherstruktur bzw. Intel® Optane™ stellt daher kein erhöhtes Risiko dar, ist allerdings auch nicht weniger anfällig für Rootkits.
      Prävention ist hier der sicherste Weg. Ein CCleaner in Verbindung mit einer Internet Security und einem VPN bietet jedoch nur so viel Schutz wie das eigene Bauchgefühl.
      Bspw. "Ist die Webseite verifiziert, ist der Herausgeber von Daten (Programmen oder Dokumenten) vertrauenswürdig oder kenne ich den Absender der E-Mail Adresse?"
      Vorsicht walten zu lassen, erspart im Nachgang viel Ärger und Arbeit.
      Beste Grüße, Maria vom Cyberport-Team

  2. Stefan Marquardt schrieb am
    Bewertung:

    Ich möchte ja nicht wissen (das heißt, ich wüsste es schon sehr gerne GANZ genau), inwiefern System-Vollverschlüsselungen mit bsw. VeraCrypt durch Intel’s "supertolles" Optane ad absurdum geführt werden. Laut VeraCrypt stellt bereits der Inhalt des natürlich nicht verschlüsselten RAMs (hierin findet schließlich die temporäre Echtzeit-Entschlüsselung beim Benutzen des verschlüsselten Systems statt) für bis zu 2 Minuten nach dem AUSschalten des Computers noch ein Sicherheitsrisiko dar – erst dann ist der RAM sicher gelöscht. Und nun haben wir "Intel Optane", worin sich nach dem Ausschalten des Computers gar nichts löscht und das sicherlich genauso wenig wie der RAM verschlüsselt wird – bei mir schrillen da alle Alarmglocken! In der VeraCrypt-Dokumentation ist dazu noch nichts zu finden – wahrscheinlich ein zu neues "Problem". Beim meinem soeben gekauften "Acer Swift 3"-Notebook, das auch "Intel Optane" haben soll, werde ich gemäß online auffindbarer Anleitungen den Optane-Speicher jedenfalls deaktivieren und muss daran darauf vertrauen, dass er wirklich stillgelegt ist. Und sollte das gar nicht gehen, dann geht das Notebook eben zurück an den Händler!

    • Maria Klipphahn schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Stefan,
      zunächst einmal, ist wichtig zu verstehen, dass Optane™ kein Arbeitsspeicher ist.
      Optane™ ist ein persistenter Systembeschleuniger, der genauso mit entsprechender Software verschlüsselt wird, wie jede HDD oder SSD. Das setzt natürlich voraus, dass man die Anweisung zur Verschlüsselung richtig befolgt. Zu Microsoft Bitlocker, also die Windows-Hauseigene Systemverschlüsselung, gibt es entsprechende Whitepapers im Web.
      Auch die RAM wird nicht vom Intel® Optane™-Speicher tangiert, außer, dass alle Informationen schneller geladen werden. Weitere Informationen findest du auch in diesem Blogbeitrag: https://www.cyberport.de/blog/lifestyle/erstmalverstehen-was-ist-intel-optane/2017/06/17/. Beste Grüße, Maria vom Cyberport-Team

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