Lifestyle

#erstmalverstehen: Dank Inkognito-Modus unsichtbar im Netz?



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Sicherheit | Internet

erstmalverstehen-Banner: Ich seh etwas, was du nicht siehst! Im Inkognito-Modus sind deine Daten nicht für jeden unsichtbar.

Dass wir beim Surfen im Internet Spuren hinterlassen, wissen wir spätestens dank Krimiserien wie “SCI Miami”, “Tatort” oder “The Mentalist”. Um online unentdeckt zu bleiben, nutzen manche deshalb den sogenannten “Inkognito-Modus”, der bei den meisten Browsern mit einem Klick aktiviert werden kann.

Doch wie “inkognito” sind wir dadurch wirklich? Ist das Surfen mit diesem Feature sicherer? Diese und weitere Fragen beantworten wir heute und erklären, was der Inkognito-Modus kann und was nicht.

Was ist der Inkognito-Modus & was kann er?

Wer den Inkognito-Modus nutzt, wähnt sich in Sicherheit. Doch was kann die Funktion wirklich?
Wer den Inkognito-Modus nutzt, wähnt sich in Sicherheit. Doch was kann die Funktion wirklich?

Der Inkognito-Modus ist eine Art Datenschutzfunktion deines Browsers. Dabei speichert dein Browser weder deinen Suchverlauf noch deine Daten, also zum Beispiel Cookies, Passwörter oder Account-Namen. Deine hinterlassenen Informationen werden also nur temporär verarbeitet und nach dem Schließen der Sitzung gelöscht.

Doch was heißt das konkret? Natürlich bringt dieses Feature viele Vorteile mit.

1. Heimlich Geschenke suchen & trotzdem das Notebook teilen

Nehmen wir an, du suchst online ein Geschenk für deinen Freund, teilst aber dein Notebook mit ihm. Im Normalfall könnte er dir auf die Schliche kommen, wenn er neugierig den Verlauf durchsieht, zufällig etwas bei Google eingibt und deinen vorher getätigten Suchvorschlag erhält oder Werbung zu von dir aufgerufenen Produkten bekommt.

Nutzt du allerdings den Inkognito-Modus, wird dein Freund wahrscheinlich eher nichts über deine heimliche Geschenksuche erfahren: Dein Verlauf wird nicht gespeichert, deine Cookies nach Schließen des Browser-Fensters gelöscht. Werbung und Suchvorschläge zu deinem Geschenk, die Cookie-Tracking voraussetzen, wird dein Freund also auch nicht sichten.

2. In einer öffentlichen Bibliothek kurz Facebook checken

Wer einen Computer nutzt, der öffentlich zugänglich ist, zum Beispiel in einer Bibliothek oder einem Internet-Café, muss damit rechnen, dass seine eingegebenen Daten in fremde Hände geraten können.

Willst du in so einer Situation trotzdem eine Bestellung tätigen, Daten von deiner Cloud abrufen oder dich bei Facebook anmelden, kannst du ebenfalls auf den Inkognito-Modus zurückgreifen. Schließt du das Browserfenster nach deiner Nutzung und verlässt den Computer, kannst du sicher sein, dass deine privaten Daten oder Nutzernamen niemandem angezeigt wird, der nach dir den PC benutzt.

Wofür ist der Inkognito-Modus eher nicht geeignet?

Auch im Inkognito-Modus solltest du auf Arbeit keine Serien streamen.
Auch im Inkognito-Modus solltest du auf Arbeit keine Serien streamen.

Du siehst, der Inkognito-Modus kann in manchen Situationen ziemlich praktisch sein. Dennoch solltest du dich nicht zu sehr in Sicherheit wägen, denn die Funktion hat auch ihre Schwachpunkte.

1. Auf Arbeit deine Lieblingsserie streamen

Auch wenn dein Browser im privaten Modus keine Cookies und Verläufe speichert, behält dein Internetanbieter trotzdem noch den Durchblick. Streamst du auf Arbeit also deine Lieblingsserie im Inkognito-Modus anstatt zu arbeiten, könnte dir dein Chef über die IT-Abteilung auf die Schliche kommen.

Bezogen auf das vorherige Beispiel bedeutet das auch, dass die Betreiber der Bibliothek in Erfahrung bringen können, welche Seiten aufgerufen wurden. Meldest du dich in deinem Mail- oder Facebook-Account an, kann möglicherweise auch deine Identität herausgefunden werden.

Willst du sicher gehen, dass deine Daten wirklich verschlüsselt sind, solltest du ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) nutzen. Alle Informationen dazu findest du in diesem Artikel:

#erstmalverstehen: Alles, was du zu VPN wissen musst

2. Heimlich illegal Musikdateien downloaden

Mal davon abgesehen, dass wir kriminelle Tätigkeiten generell vehement ablehnen, sollte dieser Punkt auch durch das vorherige Kapitel besser nicht in die Tat umgesetzt werden. Illegale Machenschaften wirst du durch den Inkognito-Modus nicht vollumfänglich verschleiern können.

Auch die Website-Betreiber, auf dessen Website du dich im Inkognito-Modus bewegst, können Informationen wie deinen Standort, weiterhin sehen. Das Gleiche gilt auch für die Werbung, die auf dieser Seite geschaltet wurde.

Besonders bei Downloads solltest du dir zudem bewusst sein, dass diese auch nach Schließen des Inkognito-Fensters auf deinem PC zu finden sein werden. Auch angelegte Lesezeichen bleiben im Browser erhalten.

3. Auf die “Kraft der Cookies” vertrauen

Im ersten Kapitel haben wir gelernt, dass dein Freund keine Werbung zu deinen gesuchten Geschenken angezeigt bekommen wird. Allerdings gibt es hier einen Haken: Das gilt nämlich nur solange diese Werbung auf Cookies basiert.

Tracking-Möglichkeiten werden mittlerweile immer ausgefeilter. Neben Cookie-Tracking gibt es so beispielsweise auch das sogenannte Fingerprint-, Postview- oder Session-Tracking. So kannst du möglicherweise auch im Inkognito-Modus ganz ohne Cookies getrackt und identifiziert werden. Die Konsequenz: Die angezeigte Werbung kann trotzdem im Zusammenhang mit deinen Suchanfragen stehen.

Wo finde ich den Inkognito-Modus in meinem Browser?

Je nachdem, welchen Browser und welches Gerät du nutzt, lässt sich der Inkognito-Modus unterschiedlich aktivieren.

Im Google Chrome-Browser klickst du auf die drei Punkte oben rechts in der Kopfleiste und wählst “neues Inkognito-Fenster”. Alternativ kannst du zum Öffnen auch eine Tastenkombination ausführen: Unter Windows, Linux & Chrome OS drückst du Strg + Shift + n und unter Mac ⌘ + Shift + n.

Ein neues Inkognito-Fenster kannst du im Google Chrome Browser ganz einfach mit einer Tastenkombination öffnen.
Ein neues Inkognito-Fenster kannst du im Google Chrome Browser ganz einfach mit einer Tastenkombination öffnen.

Nutzt du den Safari-Browser, klickst du auf dem Mac in der Kopfleiste auf “Ablage” und wählst dann “Neues privates Fenster”. Auch hier kannst du unter Mac die Tastenkombination  ⌘ + Shift + n nutzen.

Ob du dich gerade in einem privaten Fenster befindest, erkennst du an der dunklen Suchleiste.

Im Safari-Browser nennt sich der Inkognito-Modus "Privates Fenster"
Im Safari-Browser nennt sich der Inkognito-Modus "Privates Fenster"

Du nutzt Firefox zum Surfen? Ähnlich zum Chrome-Browser findest du die Funktion “Neues privates Fenster” unter den drei Strichen oben rechts. Alternativ wählst du unter Windows die Tastenkombination Strg + Shift + P oder unter Mac ⌘ + Shift + p.

Das Firefox-Icon, das im Tab angezeigt wird, färbt sich in diesem Modus violett und zeigt ein kleines Masken-Icon.

Firefox symbolisiert "privates Surfen" mit einem violetten Masken-Icon.
Firefox symbolisiert "privates Surfen" mit einem violetten Masken-Icon.

Fazit: Nicht ganz transparent, nicht ganz inkognito

Zusammengefasst können wir festhalten: Ja, der Inkognito-Modus kann einige Informationen verschleiern und so manchen Suchverlauf verheimlichen. Allerdings solltest du dir bei der Nutzung der Funktion nicht allzu sicher sein.

Dein Internet-Anbieter kann deinen Suchverlauf beispielsweise trotzdem noch sehen und auch vor personalisierten Werbeanzeigen bist du nicht hundertprozentig gefeit. Vorsichtig solltest du außerdem bei der Angabe von persönlichen Daten an einem öffentlich zugänglichen Computer sein. Zwar werden keine Passwörter gespeichert, trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass zumindest der Netzwerkbetreiber oder -besitzer Hinweise auf deine Identität erhält.

Du siehst: Vollkommen anonym wirst du dich durch den Inkognito-Modus keinesfalls durch das Internet bewegen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du eher auf einen VPN-Zugang setzen.

Geht es dir allerdings nur darum, nach Geschenkideen für deine Liebsten zu suchen oder heimlich peinliche Dinge, wie deinen Celebrity-Crush oder deinen eigenen Namen zu googeln, ist der Modus bestens geeignet.

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 64 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Chromebooks #erstmalverstehen: Chromebooks im Check für Uni & Alltag

Lifestyle

08.10.2021

 | Maria Klipphahn

Beim Notebook-Kauf hat jeder ganz unterschiedliche Kriterien. So ist für Studenten vor allem die flexible Nutzung wichtig – das Notebook sollte also produktives Arbeiten ermöglichen, möglichst mobil sein und einen langlebigen Akku besitzen,... mehr +

Chromebooks #erstmalverstehen: So findet ihr euch leicht auf Chrome OS zurecht

Lifestyle

20.08.2021

 | Maria Klipphahn

“Schnell, sicher und spielend leicht zu bedienen”, das sollen Notebooks, Convertibles und Tablets mit dem Betriebssystem Chrome OS sein. Trotzdem – so scheint es – trauen sich einige noch nicht so recht an Chromebooks heran. Der... mehr +