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#erstmalverstehen: Alles zum Umstieg auf DVB-T2



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In der Nacht vom 24. auf den 25. April war es so weit: DVB-T wurde in vielen Regionen Bayerns, NRWs, Thüringens und Niedersachsens abgeschaltet und durch DVB-T2 HD ersetzt. Dieser Buchstaben- und Zeichensalat sagt euch überhaupt nichts? Wir erklären, was es damit auf sich hat und welche Neuerungen und Vorteile ihr durch DVB-T2 HD genießt.

Was ist DVB-T2 HD?

DVB-T2 ist ein neuer digitaler terrestrischer Übertragungsstandard fürs Fernsehen. Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Arten, ein TV-Signal zu empfangen. Die erste Möglichkeit ist über Satellit und nennt sich DVB-S. Dazu ist eine Satellitenschüssel nötig sowie ein Receiver, also eine kleine Box, die an den TV angeschlossen wird oder bei vielen Fernsehern auch schon integriert ist.

Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist über Kabel und wird DVB-C genannt. Dabei empfängt der Kabelnetzbetreiber das Signal über Satellit, welches dann über ein sogenanntes Koaxialkabel zu eurem Telefon- und Kabelanschluss transportiert wird. Nach Freischaltung durch den Betreiber könnt ihr einfach ein TV-Kabel anschließen und dem Fernsehvergnügen steht nichts mehr im Weg.

Die dritte Möglichkeit, ein digitales Fernsehsignal zu empfangen, nennt sich DVB-T, wobei das „T“ für „terrestrisch“ steht. Wie das Wort schon sagt, bleibt das Signal dabei auf der Erde und wird von einem Sendemast oder Fernsehturm an eure Empfangsantenne zuhause gesendet. Diese ist entweder auf dem Dach installiert, direkt im Fernseher oder in einer angeschlossenen Set-Top-Box integriert.

Immer interessanter wird außerdem Fernsehen über das Internet. Diese Empfangsart nennt sich IP-TV.

Beim terrestrischen Fernsehen wird das Signal von Sendemasten oder Fernsehtürmen ausgestrahlt.
Beim terrestrischen Fernsehen wird das Signal von Sendemasten oder Fernsehtürmen ausgestrahlt.

Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD

Von 2017 bis 2019 wird der terrestrische TV-Empfang schrittweise auf DVB-T2 HD umgestellt. Das heißt, der technische Übertragungsstandard ändert sich von DVB-T auf DVB-T2, wodurch mehr Programme empfangen werden können. Ebenso gibt es einen neuen Standard für die Bildkodierung. MPEG2 wird vom Codec HEVC abgelöst, welcher eine höhere Datenkompression ermöglicht. Das führt dazu, dass mehr Daten in gleicher Zeit übertragen werden können und die Programme deswegen auch in Full HD empfangbar sind.

Schon im März 2017 wurde in vielen Ballungsräumen auf DVB-T2 HD umgestellt. Am 25. April kamen jetzt weitere Regionen in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie Thüringen hinzu. Gleichzeitig endete die Übertragung von DVB-T für diese Gebiete. Bis Mitte 2019 soll der Umstieg in ganz Deutschland abgeschlossen sein.

Dachantennen empfangen ein stärkeres Signal als Zimmer- oder Hausantennen.
Dachantennen empfangen ein stärkeres Signal als Zimmer- oder Hausantennen.

Was ändert sich durch DVB-T2 HD?

Durch den neuen Übertragungsstandard wird die Programmvielfalt sowie die Bildqualität erhöht. Die Programmliste ist dabei je nach Bundesland unterschiedlich. Welche Programme bei euch ankommen, könnt ihr beim Empfangscheck prüfen. Auf jeden Fall sind aber Das Erste, ZDF, ONE, 3sat, ARTE, KiKA, Phoenix, ZDFneo sowie ZDFinfo frei empfangbar. Außerdem sind bis zu sechs weitere Dritte Programme kostenfrei verfügbar. Über den Zukauf des Programmpakets von freenet TV könnt ihr darüber hinaus RTL, ProSieben, Sat1, Vox und 15 weitere private Sender empfangen.

Durch den neuen Bildkodierungsstandard HEVC verbessert sich zudem die Bildqualität. Das heißt, ihr empfangt die öffentlich rechtlichen Sender nun auch in Full HD. Auch die privaten Sender lassen sich teilweise in Full HD, mindestens aber in HD sehen.

Ein weiterer Vorteil von DVB-T2 im Vergleich zum ehemaligen Standard ist, dass ihr die Programme selbst dann noch sehen könnt, wenn ihr mit 200 Kilometer pro Stunde unterwegs seid. Das heißt, die Lieblingsserie während der Fahrt zu sehen ist beispielsweise mit einem kleinen TV-Stick problemlos möglich – natürlich nur, solange ihr Beifahrer seid oder Zug fahrt.

Ein weiterer Pluspunkt und der eigentliche Grund, weswegen auf DVB-T2 umgestiegen wird, ist, dass für die Übertragung bei DVB-T ein zu großes Frequenzspektrum belegt worden ist. Bei der neuen Technologie DVB-T2 sind viel weniger Frequenzen nötig, sodass die übrigen nun für den Datenaustausch von Smartphones genutzt werden können.

Was kostet mich DVB-T2 HD?

Das Logo freenet TV ist auf Set-Top-Boxen zu finden, die ein CI+-Modul integriert haben.
Achtet beim Kauf der Set-Top-Box außerdem auf dieses Zeichen.
Das Logo freenet TV ist auf Set-Top-Boxen zu finden, die ein CI+-Modul integriert haben.

Grundsätzlich benötigt ihr nur eine Antenne auf dem Dach beziehungsweise eine Set-Top-Box neben dem Fernseher, um zumindest die öffentlich-rechtlichen Sender ohne laufenden Kosten sehen zu können. Viele private Sender wie RTL, Sat.1, ProSieben und Co. könnt ihr über DVB-T2 HD zwar auch empfangen, allerdings fallen dafür Kosten an.

Für dieses Programmpaket benötigt ihr zusätzlich noch ein Entschlüsselungsmodul (CI+ Modul), welches ihr direkt in den Fernseher oder die Empfangsbox einsetzt. Außerdem müssen diese privaten Programme über den Anbieter freenet TV freigeschaltet werden. Die Jahresgebühr dafür liegt derzeit bei 69 Euro.

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