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AoTerra heizt Gebäude mit Server-Abwärme



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Mein Notebook wird ziemlich warm, wenn es lange läuft. Im Winter stelle ich es deswegen beim Arbeiten gern auf meinen Schoß, dann friere ich nicht. Das deutsche Startup AoTerra nutzt dieses Prinzip in großem Maße – und weil ich so eine Frostbeule bin, muss ich euch deren Idee unbedingt mal vorstellen.

Serverwärme heizt Gebäude

Das Konzept von AoTerra verbindet den Heizungsmarkt (AoHeat) mit dem Cloud-Computing-Markt (AoCloud) auf eine ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Weise. AoHeat ist ein Heizsystem in Form eines feuerfesten Sicherheitsschrankes. Im Schrank befinden sich Server, deren tägliche Arbeit viel Wärme produziert. Wäre ja Schade, wenn diese ungenutzt verpufft. Deshalb schleust das AoHeat-Heizsystem die Wärme in den Heizwasserkreislauf ein, erwärmt das Trinkwasser und beheizt über die Lüftungsanlage das gesamte Haus. Heizkosten: null. Die Anlage ist ausfallsicher, da im Pufferspeicher Wärme für mindesten 24 Stunden vorrätig ist. Die Stromkosten für den Serverbetrieb übernimmt AoTerra, auch Wartung und Instandhaltung der Anlage sind über eine garantierte Mindestlaufzeit kostenfrei. Weitere Vorteile: keine CO2-Emissionen und eine Anerkennung gemäß EEWärmeG. Für die Anschaffung des Heizsystems fallen Kosten in Höhe von 12.000 Euro an, so viel kostet auch ungefähr eine Wärmepumpe. Voraussetzung für den Einbau von AoHeat in einem Gebäude ist, dass das Gebäude dem Passivhaus-Standard entspricht und über eine schnelle Internetanbindung verfügt.

So sieht die AoHeat-Anlage aus.
So sieht die AoHeat-Anlage aus.

Server verbinden sich zur Cloud

Und was macht AoTerra nun mit dem ganzen Servern, die quer in Deutschland verteilt sind? Die Server werden virtuell vernetzt und bilden eine Cloud, die wiederum von Kunden für verschiedene Services gebucht werden kann. Auf Abruf können zum Beispiel Rechenkapazitäten in der Cloud erworben oder die Sicherung großer Datenmengen angefordert werden. Und da für das Rechenzentrum keine Gebäude gebaut, unterhalten und finanziert werden müssen sowie keine Kühlung nötig ist, sind die Dienstleistungen von AoCloud nach eigenen Aussagen 25 Prozent günstiger als beim Marktführer Amazon. Die Dezentralisierung der Serverstandorte hat übrigens (neben dem grünen Gewissen) auch den Vorteil, dass die Server in geographischer Nähe des Kunden sind und damit eine geringere Latenz und einen höheren Datendurchsatz haben.

Cloud Drive

Pilot-Gebäude steht schon - in Dresden

AoTerra war übrigens unter den Finalisten des Innovationspreises der Deutschen Wirtschaft 2012 und wird vom sächsischen Umweltministerium gefördert. In Dresden steht das erste Haus, welches komplett mit den Servern beheizt wird: die ehemalige Sauerkraut-Fabrik in der Martin-Luther-Straße. Weitere 20 Anlagen hat AoTerra bereits nach Berlin, Köln und Chemnitz ausgeliefert.

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1 Kommentar

  1. Christian schrieb am
    Bewertung:

    Meines Wissens nach bietet Aoterra mittlerweise auch Lösungen für Wohnhäuser die nicht nach Passivhausstandard gebaut sind und keine Lüftungsanlage haben.

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